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Retrospektive zum „Global Goals“-Projekt: Scrum4Schools an der IGS Süd #3

von Laura Vollmann-Popovic I



Letztes Jahr haben wir die Integrierte Gesamtschule (IGS) Süd in Frankfurt am Main mehrere Wochen lang bei ihrem ersten großen Scrum4Schools-Projekt begleitet. Die knapp 500 Schüler:innen beschäftigten sich in kleineren Lernteams mit den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der Vereinten Nationen und erarbeiteten eigenverantwortlich und selbstorganisiert spannende Forschungsfragen zu den einzelnen „Global Goals“. In diesem Beitrag reflektieren wir das Projekt in Form einer Retrospektive gemeinsam mit Silke Henningsen, stellvertretende Schulleiterin und Teil des „Transition Teams“ der IGS Süd, die das Scrum4Schools-Projekt von Anfang an mit begleitet hat.


Silke, wie kam die IGS Süd ursprünglich darauf, Scrum4Schools beim „Global Goals Projekt“ auszuprobieren und warum gerade diese Methode?


Silke Henningsen ist stellvertretende Schulleiterin der IGS Süd

Silke Henningsen: Die Idee war, für ein Thema, für das es nicht wie sonst im Unterricht vorher schon die richtige Lösung gibt, eine Methode zu wählen, die Raum für eigene Projektideen und Schwerpunkte gibt. Aber sie sollte auch den nötigen Rahmen und eine klare Struktur bieten, damit Schülerinnen und Schüler sowie Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter sich einer so freien Lernsituation gewachsen fühlen. Da die SDGs eine wesentliche Grundlage für unser Curriculum sind und wir immer wieder nach Methoden gesucht haben, die einen Weg bieten, sich offen einem weiten Themenfeld zu widmen, waren alle sehr schnell angetan davon, Scrum4Schools dafür auszuprobieren.


Was hat sich die IGS Süd von der Methode versprochen?


Silke Henningsen: Im freien und selbstgesteuerten/selbstorganisierten Lernen einen Rahmen zu bieten, der Sicherheit gibt, sodass alle klar vor Augen haben, was das Ziel ist, welche Schritte nötig sind und wie Arbeit sinnvoll aufgeteilt werden kann. Wichtig war auch, dass es Flexibilität und Raum für Feedback gibt, da wir das Arbeiten mit SMARTen Zielen oft als zu starr für dynamische Lernsettings wahrgenommen haben. Wenn zum Beispiel jemand krank wird, muss bei SMARTen Zielen etwas gestrichen werden o. ä.


Was lief gut?


Silke Henningsen: Zunächst, dass wirklich alle Klassen mit der Methode gearbeitet haben. Die Grundlagen sind angekommen und in einigen Lerngruppen wird auch jetzt im nächsten Projekt mit der Lerntafel gearbeitet. Die SDGs konnten gut eingeführt werden und viele Gruppen sind zu einem Ergebnis gekommen, was vereinzelt schon auf einer Homepageveröffentlicht werden konnte.


Was habt ihr gelernt und macht ihr beim nächsten Mal anders?


Silke Henningsen: Wir würden Corona abbestellen … Der Zeitplan ließ sich durch Veränderungen in der Schulorganisation nicht immer umsetzen. Das Projekt war sehr groß und wir haben noch keine Antwort auf die Fragestellung, wie stark wir die Abläufe vorgeben können, da wir 20 Klassen mit sehr unterschiedlichen Dynamiken haben. Teilweise waren Menschen in Quarantäne oder es gab andere Störungen, wodurch es schwer war, gemeinsam durch diese Erfahrung zu gehen. Hierüber würde ich beim nächsten Mal im Vorfeld nachdenken. Denn so kam es oft zu sehr spontanen Planungen, die auch die Ressource von euch nicht optimal genutzt haben. Hier müssten wir schauen, wie wir planvoller in ein solches Vorhaben starten.


Welche Empfehlungen oder Tipps habt ihr für andere Schulen?


Silke Henningsen: Es lohnt sich, zu starten, auch wenn nicht alle Bedingungen optimal sind. Man sollte bei einem so großen Projekt vorab überlegen, wie der Austausch zwischen den vielen Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern möglichst gut gelingen kann und sie frühzeitig in der Scrum4Schools-Methodik schulen. Das Abenteuer Scrum4Schools passt sehr gut zu Schulen, die andere Lernwege ermöglichen wollen.


Welches Fazit ziehst Du zum Abschluss des „Global Goals“ Projekts?


Silke Henningsen: Es war anstrengend. Aber eine tolle Erfahrung! Es war eher die Rucksacktour durch eine raue Landschaft mit einigen Wetterumschwüngen, nach der man erschöpft, aber mit vielen positiven Erfahrungen im Gepäck ankommt. Wer einen Cluburlaub möchte, sollte beim alten Unterricht bleiben. Für uns hat es sich gelohnt, wir sind in unseren Entwicklungsschleifen etwas weiter, sehen aber auch nach wie vor den Entwicklungsbedarf und weitere Schleifen.

 

Die Blog-Reihe: Scrum4Schools an der IGS Süd:



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